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Mille Miglia

Mille Miglia pb

Mille Miglia

Die Mille Miglia ist das jährliche Highlight, das die Herzen aller Oldtimerfans höherschlagen lässt und hunderttausende autobegeisterte Zuschauer nach Norditalien zieht. Bei diesem legendären Rennen legen die Teilnehmer mit ihren historischen Automobilen innerhalb von vier Tagen eine Entfernung von tausend Meilen, umgerechnet ca. 1600 km, zurück. Die Strecke der Mille Miglia ist als Dreieckkurs aufgebaut, der traditionell in Brescia in der Nähe des Gardasees beginnt sowie endet und seinen Wendepunkt in der italienischen Hauptstadt Rom hat.

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Die Wiedergeburt als Mille Miglia Storcia

Ursprünglich wurde die Mille Miglia zwischen 1927 und 1957 als Wettrennen mit hohen Geschwindigkeiten ausgetragen. Sie musste aber nach einem schweren Unfall des spanischen Rennfahrers Alfonso de Portago, bei dem auch mehrere Zuschauer ums Leben kamen, für längere Zeit eingestellt werden. 1977 wurde die Tour als Gleichmäßigkeitsfahrt Mille Miglia Storcia wieder zum Leben erweckt.

Wie ihr Name schon vermuten lässt, zeichnen sich Gleichmäßigkeitsläufe durch die gleichmäßige Fortbewegung ihrer Teilnehmer aus. Statt eine möglichst hohe Geschwindigkeit anzustreben, versuchen die Rennfahrer bei Wettkämpfen wie der Mille Miglia, die vorgegebene Strecke innerhalb einer festgelegten Sollzeit zu überwinden und sich dabei an eine bestimmte Durchschnittsgeschwindigkeit zu halten. Deshalb eignet sich diese Art Wettbewerb hervorragend für historische Fahrzeuge. Die Zuschauer der Mille Miglia müssen sich aber trotzdem nicht mit einer langweiligen Bummelfahrt zufriedengeben, denn die Teilnehmer des Rennens müssen sich beeilen, um bestimmte Messpunkte rechtzeitig zu erreichen und somit einen Punktabzug zu vermeiden.

In der ersten Etappe der Mille Miglia fahren die historischen Fahrzeuge durch Sirmione am Gardasee vorbei. Wer also Mitte Mai am größten See Italiens Urlaub macht, sollte sich diesen nostalgischen Einblick in die Geschichte des italienischen Motorsports nicht entgehen lassen. Keine andere Rallye wird derart wie die Mutter aller Autorennen als Mythos gefeiert. Zum Nervenkitzel der Mille Miglia trägt unter anderem ihre Ausführung auf öffentlichen Straßen bei, auf denen neben den Oldtimern auch der alltägliche Verkehr unterwegs ist. Die Teilnehmer dürfen also bei ihren gewagten Überholmanövern die Verkehrsregeln nicht ganz außer Acht lassen. Zur Navigation bei der langen Fahrt nutzen die Rennfahrer sogenannte Roadbooks, die eine Streckenbeschreibung in tabellarischer Form mit wichtigen Wegpunkten und Anweisungen zum Abbiegen enthalten. Die Verwendung anderer Navigationssysteme ist bei der Mille Miglia verboten.

 

Geschichtlicher Hintergrund

Die Idee hinter der Mille Miglia entstand bereits im Winter 1925, als vier junge rennsportbegeisterte Männer, Graf Franco Mazzotti, Graf Aymo Maggi, Renzo Castagneto und Giovanni Canestrini, davon träumten, ihre Heimatstadt in ein Zentrum des Motorsports umzuwandeln. Sie stellten sich ein Rennen über unbefestigte Landstraßen vor, bei dem Brescia, eine lombardische Stadt in der Nähe des Gardasees, als Start und Ziel dienen sollte. Im März 1927 wurde der Traum der jungen Initiatoren schließlich wahr, als zum ersten Mal der Startschuss für die Mille Miglia fiel.

Als Sieger des ersten Rennens gingen die Italiener Ferdinando Minoia und Giuseppe Morandi hervor, die 21 Stunden, 4 Minuten und 48 Sekunden benötigten, um den Dreieckkurs zu bewältigen.

Die Bestzeit eines Mille Miglia Siegers wurde 1955 vom britischen Stirling Moss mit einem Mercedes-Benz 300 SLR erreicht. Moss war innerhalb von 10 Stunden, 7 Minuten und 48 Sekunden am Ziel. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 157,62 km/h raste er also durch die paradiesische italienische Landschaft südlich des Gardasees.

Der tragische Unfall von Alfonso de Portago 1957 stellte das Ende der Mille Miglia in ihrer ursprünglichen Form dar. In der letzten Etappe des Rennens platzte Portago ein Reifen. Sein Wagen überschlug sich zum Entsetzen aller Anwesenden und raste dabei in die Zuschauermenge. Der Unfall forderte nicht nur das Leben von Alfonso de Portago und seinem Beifahrer Edmund Nelson, sondern auch von zehn Zuschauern der Mille Miglia, darunter fünf Kinder.

Heute werden mit der Rallye hauptsächlich schicke Oldtimer und die traumhaft schöne italienische Landschaft zelebriert. Für das Traditionsrennen zugelassen sind nur Fahrzeuge, deren Modellreihe zwischen 1927 und 1957 produziert wurde oder Oldtimer, die im genannten Zeitraum an der klassischen Mille Miglia teilgenommen haben.

Vor allem wahre Oldtimerlegenden wie der Alfa Romeo 6C, Jaguar XK 120, Mercedes 300 SL und Porsche 356 schaffen es immer wieder, die Aufmerksamkeit der anwesenden Autofanatiker auf sich zu ziehen. Auch Vorkriegsmodelle wie der Mercedes SSK, BMW 328, Amilcar GCSS oder die berühmten O.M. Modelle sind besonders beliebt bei den Zuschauern der Mille Miglia.

 

Mille Miglia 2017

2017 feiert die Mille Miglia ihren 90. Geburtstag und den 40. Jahrestag ihrer Wiedergeburt. Zu ihrem Jubiläum haben die Veranstalter mehrere neue Herausforderungen für die teilnehmenden Rennfahrer eingeführt. 18 zusätzliche Zeitprüfungen kommen hinzu, bei denen die Zeit beim Überfahren von Druckschläuchen gemessen wird. Je genauer man sich an die Vorgabezeit hält, desto mehr Punkte bekommt man für die Prüfung. Ein weiteres Highlight der Mille Miglia 2017 stellen die neuen Showcase-Prüfungen dar, die auf historischen Plätzen in Verona östlich des Gardasees, sowie in Castelfranco Veneto, Ferrara, Pistoia, Busseto und Canneto sull’Oglio veranstaltet werden. Insgesamt haben die Teilnehmer also die Chance, sich bei 130 Prüfungen zu behaupten.

Wie im Vorjahr wird die Jubiläumsausgabe des Rennens feierlich eröffnet durch eine Flugshow der Frecce Tricolori, einer Kunstflugstaffel der italienischen Luftwaffe mit einer ähnlich dunklen Vergangenheit wie die der Mille Miglia. 1988 starben bei einem katastrophalen Unfall der Staffel in Rammstein 67 Zuschauer und drei Piloten. Die Frecce Tricolori konnten sich aber nach dem Unfall zurück ins Leben kämpfen und die ursprüngliche Skepsis der Öffentlichkeit überwinden. Ihre Geschichte zeigt Parallelen zu der erfolgreichen Renaissance der Mille Miglia im Jahre 1977. Die dreifarbigen Pfeile der Flugstaffel ziehen nun die zahlreichen begeisterten Zuschauer in ihren Bann, indem sie bei der Durchführung ihrer Kunststücke den Himmel über Brescia mit den Farben der italienischen Flagge verzieren.

Die Vorfreude auf das Hauptspektakel erreicht ihren Höhepunkt und die Mille Miglia kann beginnen.

 

  1. Etappe: Der Startschuss derMille Migliafällt in Brescia. Die Teilnehmer fahren zunächst östlich über Sirmione und Verona. Dabei passieren sie den idyllischen Gardasee, bevor sie das Tagesziel Padua erreichen.
  2. Etappe: Diese Teilstrecke der Mille Miglia ist mit über 700 Kilometern die längste und führt die Rennfahrer in den Süden über San Marino Richtung Rom, wo sie eine beeindruckende Parade durch die Innenstadt veranstalten.
  3. Etappe: Auf ihrem Weg in den Norden von der Hauptstadt zum Tagesziel Parma legen die Teilnehmer weitere 500 Kilometer zurück.
  4. Etappe: Die letzte Teilstrecke der Mille Migliaendet in Brescia, wo die Sieger des Rennens gekürt werden.

 

Den ersten Platz belegen zum zweiten Mal in Folge die Italiener Andrea Vesco & Andrea Guerini mit einem Alfa Romeo 6C 1750 Gran Sport aus 1931. Zweitplatziert mit etwa tausend Punkten Rückstand sind Luca Patron & Massimo Casale mit einem O.M. 665 Sport Superba 2000 aus dem Jahre 1925. Das rennsportbegeisterte Ehepaar Giordano Mozzi & Stefania Biacca, das in den Jahren 2011 und 2014 die Mille Miglia für sich behaupten konnte, belegt mit seinem Alfa Romeo 6C 1500 GS Zagato den dritten Platz.

Wer von sich behauptet, ein wahrer Oldtimerjunkie zu sein, muss dieses Spektakel mindestens einmal im Leben hautnah miterlebt haben. Der Applaus der euphorischen Zuschauer an den einzelnen Haltestationen übertönt bei weitem die skeptischen Stimmen, die die Mille Miglia zum Teil als umweltschädlich, gefährlich oder zu kommerziell betiteln. Die Straßen Norditaliens beben mit Begeisterung und es kommt trotz des rallyehaften Charakters der Veranstaltung zum Rennfieber unter den Konkurrenten. Die Polizei tut ihr Bestes, Platz für die Teilnehmer der Mille Miglia entlang den öffentlichen Straßen zu schaffen, indem sie sogar gelegentlich mit Hilfe von Blaulichteinsatz eine dritte Fahrspur für die rasenden Oldtimer herzaubert. Wer für Mitte Mai also einen Urlaub plant und noch kein konkretes Ziel vor Augen hat, sollte die wunderschöne italienische Gegend südlich des Gardasees ansteuern, um sich vom Fieber der einzigartigen Kultrallye Mille Miglia mitreißen zu lassen.