Die Isola del Garda ist von April bis Oktober ein reizvolles Ausflugsziel

Die größte Insel, die sich im Gardasee befindet, ist die Isola del Garda, die zu Deutsch oftmals als Gardainsel bezeichnet wird. Durch den Wechsel der Eigentümer hat sich auch der Name der Insel häufiger geändert. Dazu gehörte unter anderem der Name Insula Cranie, also Insel der Kraniche, weiterhin Insel der Mönche. Auch als Insel Lechi, als Insel Scotti, Insel de‘ Ferrarie auch auch als Insel Borghese wurde die Insel bezeichnet, die heute den offiziellen Namen isola del Garda hat.

Gelegen ist die Isola del Garda direkt vor der Küste von San Felice del Bancao, das sich wiederum am westlichen Ufer des Gardasees befindet, nicht weit entfernt von der Bucht von Salò, wobei es sich wiederum um die größte Stadt am westlichen Ufer des Gardasees handelt. Bewohnt wird die Insel nur spärlich, denn es sind ausschließlich Familienmitglieder der Familie Cavazza, die hier ihren Wohnsitz haben. Deshalb ist sie auch nur sparsam bebaut und das einzige Bauwerk ist die herrschaftliche Villa der Familie Cavazza, die auf der Insel errichtet ist und die von Gärten und einem weitläufigen Park eingerahmt wird. Die Familie hat sich dazu entschlossen, den Zugang zur Villa und auch zu den Gärten nur im Rahmen von offiziellen Führungen zuzulassen.

 

Die Geographie der Isola del Garda

Die Lage der isola des Garda ist nur wenige hundert Meter vor dem Cap San Fermo zu finden, das wiederum den Golf von San Felice del Benaco abschließt. Genau zwischen Salò und San Felice del Benaco ist die Insel gelegen. Die höchste Erhebung der Isola del Garda liegt bei 88 Metern. Das entspricht einer Höhe von 23 Metern über dem Meeresspiegel. Innerhalb einer Volkszählung, die im Jahr 2001 umfassend stattgefunden hat, wurde auch die Isola del Garda einbezogen und es wurden genau 10 Einwohner für die Insel ermittelt.

 

Historisches zur Isola del Garda

Bereits die Römer schätzten die Isola del Garda und nannten sie „locus deliciarum. Das bedeutet übersetzt „Ort der Vergnügen“. Damals waren noch Landhäuser und Tempel errichtet und Reste davon sowie entsprechende Inschriften hierauf befinden sich noch auf den Resten der Landhäuser und Tempel.

Im 8. Jahrhundert war es die Grafschaft von Garda, die die Isola del Garda in Besitz hatte und woher sie auch ihren noch heute bestehenden Namen hat. Im Jahr 879 ging sie mit Carlomanno an das Kloster San Zenon von Verona über. Auch Franz von Assisi hatte zeitweise Teile der Insel erworben und gründete im Jahr 1221 nach dem Erwerb eine Einsiedelei. Damit erhielt die Insel dann ihren Namen als „Insel der Mönche“. Den Mönchen ist es zu verdanken, dass zahlreiche Pflanzenkulturen auf die Isola del Garda gelangten. Unter anderem waren das auch die Zitronen, die durch die Mönche auf der Isola del Gardaangepflanzt wurden.

Eine Veränderung brachte im Jahr 1442 Bernhardin von Siena auf die Insel, der die errichtete Einsiedelei in ein Kloster umwandelte. Auf dem Namen Francesco Lechi aufbauend, wurde die Insel als Licheto bezeichnet. Das errichtete Kloster war im 16. Jahrhundert ein Studienzentrum für theologische Studien und erlangte große Bekanntheit.

Im Jahr 1798 gab es wieder eine gravierende Veränderung für die Isola del Garda, denn nun wurde das errichtete Kloster wieder aufgehoben und im Jahr 1817 dann vom patriotischen Grafen namens Luigi Lechi in eine Villa verändert. Im Jahr 1860 gelangte die Isola del Garda in den Besitz der italienischen Regierung, die sie allerdings schnell wieder an Baron Scotti veräußerte. Danach folgten verschiedene Besitzerwechsel und letztlich gelangte die isola del Garda in den Besitz des Hauses Borghese. Das brachte einen Umbau der Villa mit sich, denn nun wurde sie durch Prinz Scipio in einen Palast im venezianischen Stil umgebaut. Die Umbauarbeiten dauerten von 1894 bis 1901. Noch heute ist dieser Baustil erkennbar, der durch den Architekten Luigi Rovelli geplant wurde.

 

Die Isola del Garda als beliebter Erholungsort

Bereits die Römer schätzten die Isola del Garda als einen sehr idyllischen Ort, der gern zur Erholung genutzt wurde. Nachweislich standen auf der Isola del Garda bereits vor 2.000 Jahren viele Tempel und Villen. Dazu wurden in Ausgrabungen insgesamt 130 gallisch-römische Grabsteine gefunden. Die Besiedelung durch die Römer und die Bebauung dieser ist aber heute auf der isola del Garda ansonsten kaum mehr erkennbar, denn die meisten Reliquien wurden bereits im 19. Jahrhundert an das Museum in Brescia veräußert. Mit dem Zerfall des römischen Reiches ging auch das Interesse an der Isola del Garda zurück und sie wurde deshalb bis in das späte 9. Jahrhundert hinein lediglich als Jagdrevier genutzt.

Heute schätzt die Familie Cavazza die Isola del Garda und hat dort ihren Wohnsitz in der Villa inmitten idyllischer Gärten und eines Parks. Jeweils von April bis Oktober gewährt die Familie auch Besuchern den Zugang zur Villa wie auch den Gärten und dem Park, wo Führungen stattfinden. Auch Konzerte werden in diesem Zusammenhang auf der Isola del Garda häufig veranstaltet.

 

Die Villa Borghese, ihre Gärten und der anschließende Park

Besonders beeindruckend ist an der Villa Borghese der venezianisch-klassizistische Baustil, der viele architektonische Details und eine prunkvolle Einrichtung aufweist. Bereits auf Entfernung ist der Turm zu sehen, der viele Zinnen aufweist und an der südwestlichen Seite an das Gebäude angegliedert ist. Dazu hat die Villa auf der Isola del Garda viele verzierte Fenster im arabischen Stil aufzuweisen. Auch die Räume der Villa auf der Isola del Garda sind sehr prunkvoll ausgestattet und spiegeln die lange Familiengeschichte wider, in der diese Ausstattung langsam gewachsen ist.

Ein besonderer Stolz der Besitzerfamilie ist ein Bild von Carlo Carloni, das im 16. Jahrhundert entstand und das heute die Villa der Isola del Garda ziert.

Eine weitere Besonderheit auf der Isola del Garda ist der wunderschöne Park, der Besucher immer wieder begeistert. Von der Hauptterrasse der Villa ist der Blick in den Garten besonders schön. In italienischem Stil gestaltet und mit sehr kunstvoll gestalteten Hecken ist der Park eine Augenweide und nicht nur für Hobby- und Profigärtner sehr interessant. Im Park ist auch das Wappen der Familie De Ferrari als Erinnerung erhalten, die seinerzeit dafür sorgte, dass dieser Park entstand. Besichtigt werden kann der Park innerhalb von Führungen von April bis Oktober, wobei auch der Besuch im Herbst sehr reizvoll ist.

Seinen mediterranen Charakter verdankt der Park der reichlichen Anpflanzung von Pinien und Zypressen sowie Zitronenbäumen und Akazien. Dazu gehören Magnolien und Agaven zur Bepflanzung, die auch viel heimische Vogelarten anlocken. Die Palmen, die direkt neben der Villa angepflanzt sind, haben eine Reise von den Kanaren hinter sich gebracht, bevor sie auf der Isola del Garda ihren Standort gefunden haben. Neben Zitronenbäumen sind es auch Granatäpfel und andere Obstgewächse, die im Park der Isola del Garda sehr gut gedeihen. Deshalb hat die Isola del Garda auch häufig die Bezeichnung als die „Mainau des Gardasees“, denn sie ist ähnlich reichhaltig mit Blumen und Blüten bestückt wie die Insel im Bodensee. Durch das milde Klima blühen Rosen und viele verschiedene andere Blumenarten auf der Isola del Gardaganzjährig. Eine Herzogin mit britischen Wurzeln brachte die Rosen auf die isola del Garda.

 

Führungen auf der Isola del Garda

Die Führungen finden zwischen April und Oktober statt, denn in dieser Zeit gewährt die Besitzerfamilie der Isola del GardaBesuchern einen Zugang auf die Insel. Dabei kann die unberührte und wunderschöne Natur der Isola del Garda bewundert werden. Zudem gehrt die Führung auch durch den angegliederten Park und die im englischen und italienischen Stil gehaltenen Gärten. Innerhalb der Führungen wird den Besuchern auch die umfassende Geschichte der Isola del Garda näher gebracht, die bereits seit der Römerzeit beliebt war. Innerhalb der Besichtigung der Villa sind es besonders zwei Räume der Villa, die im neugotischen-venezianischen Stil eingerichtet sind, die besonders reizvoll beim Besuch sind.

Der Rundgang dauert rund zwei Stunden. Führungen auf der Isola del Garda werden jeweils dienstags und mittwochs, weiterhin donnerstags, freitags und sonntags in den Zeiträumen von 10.00 Uhr bis 16.00 Uhr angeboten.

Gäste von können von mehreren Orten ausgehend auf die Isola del Garda übersetzen. Das Übersetzen auf die Isola del Gardakann von Barbarano, von Gardone, von Salò aus, aber auch von Manerba, von San Felice del BEnaco, weiterhin von Portese oder Garda, dazu von Maderno oder von Bardolina und auch von Taorri del Benaco sowie von Sirmione aus erfolgen.

Führung und Überfahrt werden gemeinsam abgerechnet. Die Führungen werden in englischer, italienischer sowie auch deutscher Sprache abgehalten. Auch Hunde dürfen auf die Isola del Garda mitgenommen werden. Allerdings müssen sie während des gesamten Aufenthaltes auf der Isola del Garda angeleint sein und sie dürfen zudem die Villa nicht betreten.

Ab Mai bis in den Oktober finden regelmäßig veranstaltete Konzerte von namhaften Künstlern auf der Isola del Garda statt.

www.isoladelgarda.com

Isola del Garda historischer Turm und Gartenanlage

Isola del Garda Garten